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Traumatherapie Würzburg

Was ist ein Trauma?

Der Begriff Trauma bedeutet wörtlich "Wunde, Verletzung oder Schock". Ein traumatisches Ereignis ist eine, oder mehrere, Situationen, die eine Person als emotional überwältigend empfindet. Und obwohl jeder Mensch etwas anderes als traumatisch empfindet, sind einige Erlebnisse so belastend, dass die meisten Menschen sie als traumatisch empfinden würden. In der Vergangenheit wurde oft angenommen, dass nur körperliche Bedrohungen oder Gefahren ein Trauma verursachen. Heute wissen wir, dass insbesondere auch emotional belastende Ereignisse ein solches auslösen können – insbesondere bei fehlender Unterstützung und Fürsorge. Im allgemeineren Kontext wird unter einem psychischen Trauma eine seelische Verletzung infolge eines belastenden Ereignisses verstanden, welche die Fähigkeit einer Person übersteigt, die damit verbundenen Gefühle zu bewältigen oder zu integrieren. Woraus sich Auswirkungen auf das emotionale, seelisch-psychische und körperliche Wohlergehen ergeben.

Welche Arten von Trauma gibt es?

In der Psychotherapie, davon speziell der Traumatherapie, unterscheidet man jedoch genauer, um welche Art Trauma es sich handelt, da diese zum einen unterschiedliche Störungen, Diagnosen und damit entsprechend auch Therapie bzw. Behandlungsmethoden benötigen. Häufig kommen Menschen aufgrund von Schocktrauma, Bindungstrauma, Entwicklungstrauma, Sekundärtraumatisierung, sowie aufgrund der Folgen generationsübergreifender Traumata in die Praxis. Darüber hinaus kann zwischen komplexem Trauma und Typ-I oder Typ-II Traumata und unterschieden werden und ob diese sich auf interpersoneller Ebene (durch andere Menschen verursacht) oder stattdessen akzidentell ergaben. Typ-I-Traumata sind einmalige, also singuläre traumatische Erfahrungen, wie Unfälle, Naturkatastrophen etc. Wohingegen Typ-II-Traumata mehrfach andauernde oder sich wiederholende traumatische Erlebnisse mit einschließt.

Unterschiedlichen Auswirkungen von Traumata nach singulären Ereignissen vs. komplexen Traumata

Ein einmaliges traumatisches Ereignis und ein komplexes Trauma mögen sich in vielerlei Hinsicht ähneln, jedoch gibt es einige wichtige Unterschiede. Im Regelfall hat ein komplexes Trauma weitreichendere Auswirkungen, was mitunter daran liegt, dass Betroffene mehrere traumatische Situationen durchleben mussten.

Was sind die Ursachen für Traumata?

In der heutigen Zeit ist fast jeder von uns von einem Trauma betroffen.

Dabei beschränken sich solche mitnichten nur auf (*Definition WHO) “Geschehen von außergewöhnlicher Bedrohung, mit katastrophalem Ausmaß, die nahezu bei jedem Menschen tiefgreifende Verzweiflung auslösen würde” – Diese bezeichnet man in der Traumatherapie als große "T"-Traumata. 

In der Realität erleben wir alle im Laufe unseres Lebens eine Reihe von kleinen "T"-Traumata. Denn immer, wenn uns etwas überwältigt, hilflos oder ohnmächtig macht/fühlen lässt, werden unsere Überlebenssysteme aktiviert. Es sind häufiger vorkommende Ereignisse oder Life-Events und sie können ebenfalls Auswirkungen auf Gehirn, Körper und Psyche haben. Beispiele hierzu sind:

  • Von der Untreue des Partners erfahren
  • Von einem Freund oder Chef hintergangen werden
  • Scheidung und Trennung
  • Verlust eines geliebten Menschen durch Tod, Trennung oder andere Gründe
  • Verlust des Arbeitsplatzes oder Antritt einer neuen Stelle
  • Umzug in eine neue Stadt
  • Geburt eines Kindes, Adoption eines Kindes, familiäre Veränderungen
  • Rechtliche Probleme
  • Finanzielle Nöte
  • Soziale Isolation
  • Das Erhalten einer bestimmten medizinischen Diagnose
  • Ein Leben mit chronischen Schmerzen oder Krankheiten
  • Existenzielle und spirituelle Krisen

Komplexes Trauma

Dieses beschreibt eine weitere Form, welche über ein einmaliges Ereignis hinausgeht und 

  • wiederholt oder kontinuierlich auftritt.
  • dem schwer oder sogar unmöglich zu entgehen ist.
  • das innerhalb von persönlichen Beziehungen zu Bezugspersonen auftritt.
  • oft durch einen Mangel an Sicherheit, Schutz und Unterstützung begünstigt wird.
  • in der Kindheit beginnt und somit einen Einfluss auf die Entwicklung des Kindes hat.
  • häufig im Familiensystem verdeckt, totgeschwiegen oder geleugnet wird.

 Typische Ursachen für ein komplexes Trauma sind seelischer oder körperlicher Missbrauch, häusliche Gewalt und impulsives Verhalten von Bezugspersonen. Ebenso können diese bei Menschen auftreten, die als Flüchtlinge überlebt haben und/oder nachdem sie einem längeren Konflikt ausgesetzt waren.

Zu den komplexen Traumata gehören auch Bindungs- und Entwicklungstrauma. Deren Auswirkungen sind vielfältig und nicht mit denen eines “klassischen” Traumas gleichzusetzen. Sie haben primär mit einer mangelnden Bindungssicherheit zu tun. Wichtige Faktoren, die hierfür im innerfamiliären Bereich oder in Verbindung mit wichtigen Bezugspersonen von Bedeutung sind: 

  • Häufige Konflikte
  • Lügen und Geheimnisse
  • Chronische Entwertung und Ablehnung
  • Unrealistische und überzogene Erwartungen
  • Fehlen von Lebensfreude, Wonne und Geborgenheit
  • Unterdrückung und/oder Benachteiligung

Welche Symptome können bei einem Trauma auftreten?

Hierbei ist es wichtig zu berücksichtigen, dass nicht jeder Mensch auf ein traumatisches Ereignis auf die exakt gleiche Weise reagiert. Ebenfalls hängt es, wie bereits oben erwähnt, stark davon ab, um welche Art von Trauma es sich bei einem Menschen handelt. Jedoch zählen zu den häufigsten unmittelbaren Symptomen Erschöpfungszustände, Verwirrung, Traurigkeit, Angst, Nervosität, Benommenheit, Dissoziation, körperliche Unruhe und Schock und/oder ein abgestumpfter Affekt.

Welche Symptome können NACH einem Trauma auftreten?

  • Kognitive Veränderungen: Sich aufdrängende Gedanken, Alpträume und Flashbacks von dem Ereignis, Verwirrtheit, Gedächtnis- und Konzentrationsprobleme und Stimmungsschwankungen
  • Veränderte Verhaltensmuster: Vermeidung von Menschen und Orten, die an das Ereignis erinnern, sowie Rückzug von Familie, Freunden oder Aktivitäten, die man früher gerne gemacht hat.
  • Psychische Probleme: Emotionale Dysregulation, Angst und Panikattacken, Furcht, Aggression, Reizbarkeit, Zwangsgedanken und -handlungen, Schock und Verwirrung, emotionale Taubheit und Distanziertheit, Depressionen, Scham und Schuldgefühle, versch. Persönlichkeitsveränderung.
  • Körperliche Probleme: Neurologische Dysregulation, chronische Schmerzen, Schwierigkeiten beim Einschlafen oder Durchschlafen, leichte Erregbarkeit, Hypervigilanz und Nervosität, beschleunigter Herzschlag, unerklärbare Schmerzen, sexuelle Funktionsstörungen, verändertes Essverhalten, Muskelverspannungen und extreme Erschöpfung.
  • Posttraumatische Belastungsstörung
  • Komplexe posttraumatische Belastungsstörung
  • Anpassungsstörung
  • Persönlichkeitsstörung

Wie behandelt man ein Trauma?

Pauschal lässt sich dies nicht beantworten, da sich die Behandlung nicht nur an dem Trauma oder der Traumatisierung selbst orientiert, sondern vielmehr auch an der Problematik und/oder Störung etc. welche sich infolgedessen ergibt. Oftmals handelt es sich bei Therapie- oder Beratungsangeboten um reine Gesprächstherapie oder Verhaltenstherapie. Eine Gesprächstherapie bei einer Therapeutin oder bei einem Psychotherapeuten, dem Sie vertrauen, kann sinnvoll und wohltuend sein. Allerdings resultieren länger andauernde Schwierigkeiten oftmals aus chronischem Stress und Traumata. Und mit Gesprächen allein lassen sich die hierdurch beeinträchtigten Areale des Gehirns nicht erreichen.

Deshalb setze ich als Heilpraktikerin für Psychotherapie mit meinem Behandlungs-Schwerpunkt an der Wurzel des Problems an. Ich bin in verschiedenen Traumatherapien ausgebildet, die über das Gespräch hinausgehen. Lesen Sie hierzu mehr weiter unten auf der Seite.

Wie lange dauert es, ein Trauma zu überwinden?

Die Überwindung eines Traumas ist ein Prozess, der für jeden Menschen individuell verläuft, und nicht immer ist der Fortschritt in einer Traumatherapie linear. Bei manchen Menschen kann sich in relativ kurzer Zeit eine deutliche Besserung einstellen, während andere eine längerfristige Behandlung oder kontinuierliche Unterstützung benötigen, um die Symptome und/oder Auswirkungen zu bewältigen und ein Gefühl der Wiederherstellung oder Besserung zu erreichen.

Es gibt zahlreiche Traumatherapie-Verfahren, mit teilweise vollkommen unterschiedlichen Ansätzen. Die Dauer einer Traumabehandlung kann entsprechend sehr unterschiedlich ausfallen und hängt von einer Reihe von Faktoren ab, darunter die Art und Schwere des Traumas, die individuelle Persönlichkeit und der Bewältigungsstil eines Betroffenen sowie die angewandte Therapieform, das soziale Umfeld etc.

In der Traumatherapie im Ad Astra Lab Würzburg greife ich auf die Therapieformen Deep Brain Reorienting und NARM (NeuroAffective Relational Model) zurück. Ergänzt werden diese mit Gesprächstherapie und ggfs. verhaltenstherapeutischen Interventionen. Ich nehme mehrfach im Jahr an Weiterbildungen – außerhalb von Würzburg und meist international – teil, was ich als absolute Pflicht erachte, da sich in kaum einem Bereich der Psychotherapie die letzten Jahre und auch sicher kommenden so viel tut wie in der Traumatherapie.

Deep Brain Reorienting

DBR ist eine innovative und einzigartige Psychotherapie zur Behandlung von Traumata. Sie wurde 2018 von Frank Corrigan, einem schottischen Psychiater und Neurowissenschaftler, entwickelt. Im Gegensatz zu einer Vielzahl anderer Psychotherapieformen setzt sie sich zusammen aus der neurobiologischen Erforschung des traumatisierten Gehirns und ist darüber hinaus auch das weiterentwickelte Ergebnis von den bislang mit am wirksamsten Trauma-Psychotherapien wie EMDR und dem Comprehensive Resource Model. DBR bietet Patienten einen noch schonenderen Zugang zur Trauma-Aufarbeitung, indem es das Risiko einer sogenannten emotionalen Überwältigung minimiert. 

DBR kann auch komplexere Bindungstraumata und Störungsbilder auf sichere und effektive Weise behandeln, und zwar dank folgender klinischer Besonderheit: DBR zielt darauf ab, den eigentlichen Kern der traumatischen Erfahrung zu erreichen, indem die ursprüngliche physiologische Sequenz im Hirnstamm wiederholt wird, welche im Gehirn in Situationen von akuter Gefahr und/oder unmittelbar während eines Bindungstrauma aktiviert wird. Sie setzt an dem wirklich allerersten Anspannungs-Moment, der noch vor dem eigentlichen Trauma bzw. dem traumatisierenden Ereignis geschieht, an. 

Es gibt inzwischen somit gut erforschte Traumatherapien, die Hoffnung auf eine vollständige Genesung machen, da sie nicht auf einer Top-down-Verarbeitung, also kognitiven Wissensverarbeitung der Symptome angewiesen sind, wie es zum Beispiel bei vielen Psychotherapieformen bislang der Fall war. Sie basieren stattdessen auf der Annahme, dass das menschliche Gehirn grundsätzlich von Natur aus in der Lage ist, emotionale Traumata zu überwinden, wenn die Erinnerung an das auslösende Ereignis auf eine bestimmte Weise verarbeitet wird. 

ERFORSCHUNG DER NEUROBIOLOGIE VON TRAUMATA 

Der schottische Psychiater und Neurowissenschaftler Frank Corrigan, gilt mit seinen mehr als 40-jährigen, akademischer und forscherischer Erfahrung, als einer der führenden lebenden Experten auf dem Gebiet traumabedingter Dissoziation, der Psychotherapie dissoziativer Traumata sowie neurobiologischer Grundlagen hiervon. Es ist ihm gelungen, seine umfassende klinische Erfahrung mit der Erforschung der Neurobiologie von Traumata und deren Auswirkungen auf psychiatrische Störungen zu verbinden. 

Während seiner gesamten Laufbahn hat er große Aufmerksamkeit für die Erforschung innovativer Wege in der Arbeit mit Traumata und schweren dissoziativen Störungen aufgewandt und tut dies bis heute! 

Seine klinische Ausbildung ist sehr breit gefächert und gleichzeitig zielgerichtet. Um nur einige Beispiele zu nennen: Er ist ausgebildet in klinischer Hypnose, EMDR, dialektischer Verhaltenstherapie, Lifespan Integration, Sensomotorischer Psychotherapie, Brainspotting und dem Comprehensive Resource Model. Nach wichtigen Erkenntnissen in der Beschreibung der neurophysiologischen Mechanismen im BSP (Brainspotting) und der Ausarbeitung des neurobiologischen Modells, des CRM (Comprehensive Resource Model), zweier bahnbrechender Methoden der letzten Jahre, setzte er seinen Forschungsweg mit der Entwicklung des Deep Brain Reorienting (DBR) fort - einer wirklich absolut innovativen und revolutionären Methode.

Neuroaffektives Beziehungsmodell

Oder kurz NARM® (=NeuroAffective Relational Model) ist eine von Dr. Laurence Heller entwickelte Psychotherapie, die darauf abzielt, die Auswirkungen von Entwicklungstrauma (insb. Kindheitstrauma und/oder Bindungsstörungen) auf das Leben eines Menschen zu behandeln und aufzuarbeiten. Es ist ein psychodynamischer und körperorientierter Ansatz, der ressourcenorientiert und entsprechend nichtregressiv ist. Das Ziel von NARM® ist es, die emotionale Selbstregulation des Klienten zu verbessern und gleichzeitig die zwischenmenschlichen Beziehungen zu stärken, indem es unter anderem an den alten Überlebensstrukturen von Klienten ansetzt. 

Nicht nur im Bereich der Traumatherapie, sondern vielmehr überall in der Gesellschaft ist die erfolgreiche emotionale, also affektive, Selbstregulation mehr und mehr ein Bereich, in dem Menschen defizitäre Erfahrungen aufweisen. Diese ist jedoch nicht nur generell wichtig im Er-Leben von Menschen, sondern befähigt uns auch, in bestimmten Situationen resilienter zu sein. Sie ermöglicht positive Begegnung, mit anderen und uns selbst in Kontakt zu sein. 

Nach modernster Definition spricht man bei einem Trauma übrigens oft von einer “disconnection from ourselves and our world”. Damit ist konkret gemeint: Kindheitstraumata führen zu einer Abtrennung vom eigenen Selbst. Durch die Trennung von unserem Selbst sind wir gezwungen, unseren Selbstwert, unser Selbstbewusstsein und unsere Realität in das Außen zu verlagern.